Walter Aeschimann 
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   Historiker    Journalist    Filmer
Corso Repubblica, Orgosolo. Foto Walter Aeschimann

Obwohl die Anschrift grandiose Üppigkeit verspricht, ist der Corso Repubblica nur eine gewöhnliche Durchgangsstrasse ohne eitle Prahlerei. Autos schleichen lärmend über grobe Pflastersteine. Menschen drücken sich zur Caffetteria entlang von abgenutzten Wänden, die vom Abgas schwarz geworden sind. Manchmal entwickelt sich ein kleiner Schwatz, so lange, bis das nächste Motorrad durch die Gasse kracht. Die Dorfbewohner sagen deshalb schlichter «strada principale». 

Aber der Corso Repubblica in Orgosolo ist eine der berühmtesten Strassen von Sardinien. Der Abschnitt zwischen der Cantine di Orgosolo und der Haltestelle der Linie 509 – hinzugerechnet auch die engen Nebengassen – inszeniert sich als riesige Bildergalerie mit rund 250 «Murales». Expressive Wandgemälde, mit Acrylfarben auf Mauern angebrachte Botschaften, deren farbgewaltige Motive sich über Krieg und Korruption empören und die Erregung von den Hausfassaden schreien. Erschaffen von Künstlern aus aller Welt. mehr lesen

Das missverstandene sardische Dorf. Neue Zürcher Zeitung, 18.5.2018

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Der Berg ist eine mächtige Bildikone der Populärkultur. Während das Auto symbolisch für unbegrenzte Fortbewegung steht, der Sportathlet für entrückte Leistungsideale und Marilyn Monroe, Che Guevara oder Superman für pubertäre Phantasien, vereint der Berg viel mehr in sich. Er bedient fast jede irdische Emotion und beinahe jede ökonomische Perspektive.

Das Matterhorn steht als Muster für die perfekte Form, der Mount Everest für das Urverlangen nach Anarchie. Für einige ist die Gebirgslandschaft harmonisches Ideal von Natur und Mensch. Sie erhoffen sich seelische Läuterung beim Eintritt in die Alpenwelt, suchen authentische Erfahrungsräume und wollen alles konservieren. Andere bewerben Alpentransversalen, alpine Wasserkraft und gewaltige Infrastrukturen für die Tourismusindustrie. Sie sehen technische Machbarkeit und denken ökonomisch. Den Bewohnern selbst ist die alpine Landschaft meist Plackerei, der Berg ein konfliktbeladener Raum mit den Naturgewalten. Doch für die meisten gilt der Berg als schön. mehr lesen

Eine Überdosis Berg. Neue Zürcher Zeitung. 2.3.2018


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Wer sich hierzulande wissenschaftlich mit einem Zweig der Unterhaltungsindustrie befasst, hat einen schweren Stand. Dies erleben auch die Sporthistoriker. Berufskollegen typisieren sie als akademische Sonderlinge mit einem Spleen für Nichtigkeiten. Das breite Publikum beäugt sie als elitäre Fans, die mit der Masse kokettieren. Und Sportakteure selbst quittieren sie als ärgerliche Querulanten, falls sie Mythen hinterfragen. mehr lesen

Sportgeschichte zwischen Stammtisch und Hochkultur, Neue Zürcher Zeitung, 7.2.2108 


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Türkei. Ishak Pasha Palast, im Hintergrund Doğubayazıt, unweit der iranischen Grenze. Foto Walter Aeschimann

Türkei. Göreme Foto Walter Aeschimann


Wer verirrt sich schon nach Kappadokien. Neue Zürcher Zeitung, 6.10.2017