Walter Aeschimann 
 
   Historiker    Journalist    Filmer

Demnächst. Buch im Eigenverlag. 

ausweglos in Portbou

Exil, Flucht und entmenschlichte Flüchtlingskolonien sind keine neuen Phänomene. Auch nicht, dass die zivile Gesellschaft damit überfordert ist. La Retirada im spanischen Bürgerkrieg und die Fluchtbewegungen im 2. Weltkrieg sind erste humanitäre Katastrophen das 20. Jahrhunderts in West-Europa. Hunderttausende waren davon betroffen, auch der Philosoph und Kritiker Walter Benjamin. Eine Reise an historische Orte in Südfrankreich und Katalonien. Von Walter Aeschimann. 

Copyright: Eigenverlag by Walter Aeschimann.
Zürich. November 2020 
1. Auflage. 200
Idee, Konzept, Text und Bilder: Walter Aeschimann
ISBN-Nummer: 978-3-033-07978-6 





















Die blanke Kälte schnuppern. NZZ. 7.3.2020

                 

 





Chefchaouen – eine Stadt im Rausch. NZZ. 31.1.2020           



Psychotherapie in der Schweiz. Vom Ringen um die Anerkennung eines Berufsstandes. 

Walter Aeschimann. Zürich 2019. 120 Seiten.


Am 3. März 1979 trafen sich im Fürstenzimmer des Bahnhofbuffets Basel rund 50 Psycho- therapeut*innen aus der ganzen Schweiz. Sie waren von nationalen und kantonalen Verbänden und von Instituten verschiedener psychotherapeutischer Schulen delegiert worden und kamen mit der Idee, einen nationalen Verband zu gründen. Das Treffen begann um 10.00 Uhr und endete um 15.09 Uhr. Die Beteiligten arbeiteten Stunden sechs Traktanden ab. Die Diskussionen waren kontrovers, die Meinungen in keinem Punkt geeint.  (...)


 

Dianabol Wie die Medizin in den Olympischen Sport gekommen ist

Um die Erfindung des Wirkstoffs Metandienon ranken sich Gerüchte. Weitverbreitet ist eine feel good story aus dem Kalten Krieg: Der US-Arzt John Ziegler soll nach langen Tüfteleien 1955 den Wirkstoff erstmals synthetisiert und die Rechte 1956 an die Ciba AG in Basel verkauft haben. Die mir zur Verfügung gestellten Akten enthalten keine entsprechenden Belege. Es scheint mir aber ziemlich unwahrscheinlich, dass Ziegler den Wirkstoff als Erster synthetisierte. Als offizielle Erfinder teilen sich Chemiker aus den Laboratorien der Ciba Pharmaceutics Schweiz AG die Rechte. Sie gehörten zu jenem Team, das 1955 zuerst die Synthese von Metandienon im Wissenschaftsjournal Helvetica Chimica Acta skizzierte und als Erfinder des Patents in den USA aufgelistet ist. Auch wenn Ziegler als Erfinder kaum infrage kommt, spielte er eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Dianabol im olympischen Sport. 

Walter Aeschimann. Dopingdiskussionen am Beispiel von Dianabol (1959 - 1970). In. Traverse. 2016/1. S. 72 - 84. 

 

Coramin Erste Dopingdiskussionen vor 100 Jahren

Die ersten Doping­-Diskussionen führten Sportmediziner und Phy­siologen anhand von Analeptika wie Coramin, Cardiazol oder Pervitin. Zwar wurde schon früher über Möglichkeiten der künstlichen Leistungs­steigerung diskutiert, etwa an den Beispielen Alkohol, den Vitaminen oder ob mittels Aufenthalt in grossen Höhen und dem Einsatz einer künstlichen Höhensonne leistungssteigernde Effekte zu erzielen seien. Substantiell wurden die Diskussionen erst mit den erwähnten Pharmaka, weil Themen wie ärztliche Ethik, Gesundheit, Toxizität oder Differen­zierungen in Berufs­ und Volkssport vermehrt in die Argumentationen eindrangen. Zudem bot der wissenschaftliche Fortschritt nun ungeahnte neue Möglichkeiten, mit dem Körper zu experimentieren. 

Walter Aeschimann. Erste Dopingdiskussionen in der Schweiz an den Beispielen Coramin, Cardiazol und Pervitin (1925–1945). In: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte. Vol. 67. 2017. Nr. 1. S. 59 - 78. 

 

WHISTLEBLOWING IM SPORT 

Zwischen Heldentum und Hochverrat

WhistleblowerInnen geben als dunkle Quellen geheimes Wissen preis. Sie verraten moralisch abscheuliche oder kriminelle Machenschaften, die in diskreten Soziotopen gedeihen, in abgeschotteten Systemen, in denen öffentliche Kontrollen fehlen und zivilrechtliche Gesetze kaum mehr greifen. In diesem konspirativen Klima decken sich die AkteurInnen gegenseitig, weil sie voneinander profitieren. WhistleblowerInnen gehören den geheimen Zirkeln vorerst an. Sie brechen aus, wenn sie das bigotte Umfeld nicht mehr ertragen. Ihre Absicht ist meist ehrenhaft. Dennoch bestraft die Zivilgesellschaft sie mit einem zweifelhaften Ruf. Sie sind HeldInnen und VerräterInnen zugleich. Indem sie Verbrechen offenlegen, denunzieren sie ein Milieu, das sie vorher protegierte.Von Berendonk über Stepanowa bis heute inszenierten sich manche als WhistleblowerInnen. Die wenigsten verdienen diesen Ruf. Die meisten sind sogenannte KronzeugInnen, in Wahrheit sind sie Heuchlerinnen, Opportunisten, meistens beides. Im Gegensatz zu den WhistleblowerInnen veräussern sie geheimes Wissen erst, wenn ihnen der Unrat bis zum Hals steht. Die Justiz hätschelt sie als nützliche InformantInnen der Anklage. Die Medien verramschen sie als Ware. Die KronzeugInnen selbst erkaufen bei den ErmittlerInnen die Absolution und winseln um Gnade bei den Fans.